Grimming Süd Grat

Nachfolgend eine Beschreibung unserer (Max Tantscher & Hermann Lämmerer) Grimming Süd Grat Tour. Der Süd Grat ist nicht zu verwechseln mit dem einfachen Normalweg auf dem Süd-Ost Grat.
Der Süd Grat ist der Grat zwischen der großen Jausengrube, bekannt durch das Grimmingtor, und der Wolkengrube, rechts (nord-östlich) davon.

Der Zustieg:

Der Zustieg erfolgt von Espang, zuerst dem Forstweg folgend bis zum Schranken, dann „wildwest“ (man kann auch dem Forstweg weiter folgen) rechts durch den Wald zuerst flach, dann steil rauf zum Jagdhaus. Von diesem einem markierten Weg folgend durch den Buchenwald hoch in die Latschen zum „Feiglstein“, danach links rauf einem Steig folgend immer Richtung Grimmingtor.

Zirka mittig zwischen der Latschengrenze und dem Grimmingtor nach 1:40h gibt es rechts am Süd Grat einen Einschnitt, eine Rinne, diese diente uns als Zustieg auf den Süd Grat.

Die Rinne aufwärts rechts (Süden) haltend, kommt das erste Hindernis, ein Klemmblock den man überwinden muss. Dieser ist bei trockenen Verhältnissen kein Problem, in unserem Fall war es nass vom Regen in der Nacht, dem entsprechend rutschig und kompliziert war das erste Hindernis.

Im Anschluss immer rechts halten rauf in die Latschen am Süd Grat. Eine kurze Querung durch die Latschen blieb uns nicht erspart.

Am „Grat“ angekommen, im unteren Teil ist es eher eine Almwiese als ein Grat, immer aufwärts, aus der Almwiese werden Schroffen, es folgen die ersten Felstürme.

Am Grat:

Die ersten Türme sind recht einfach, in den Zustiegschuhen, aber schon angeseilt geht es auf und ab. Einfache Kletterstellen folgen ersten Spuren von vorherigen Begehungen. Ein alter Standplatz aus einem Normalhaken mit einer alten Abspannung. Es folgt eine schöne mehrfach Turmkombination die am Grat auf der Nordseite wieder abgeklettert werden muss.

Liegereck:

Nach einer steil nach West geneigten Grasleiten steht man vor dem Liegereck, jetzt müssen die Kletterschuhe raus. Es geht direkt am Grat einen brüchigen Riss rauf auf einen ersten kleinen Turm, das man richtig ist, zeigt ein uralter geschlagener Abseilring und ein sehr neues mehrere Meter langes Seil an einem Kopf. Hier hätten wir uns fast verstiegen, wir wollten zuerst einem senkrechten Riss direkt vor dem Turm folgen, nachdem wir aber keinen Normalhaken entdecken konnten, wechselten wir in das schmale Grasband das sich rechter Hand auf der Ostseite vom Sockel des kleinen Turmes steil rauf zieht. Man findet schnell die 4 geschlagenen Normalhaken im Band. Problematisch ist der „Stand“ am Ende des Bandes, bzw. in der Grasleiten, welche wieder nach West direkt auf den Grat führt. Wir haben der Lärche, 30cm, hoch, nicht Durchmesser und der Latsche daneben Stand gemacht. In den Stand will man nicht reinfallen, vor allem die Latsche hat sich beim Abziehen der Bandschlinge fast in die Wolkengrube verabschiedet.


(anklicken zum vergößern)

Es folgt ein Grasband zurück auf den Grat rauf, dort einen ersten schönen Kamin hoch. Dort wieder ein Stand mit Aussicht ins Ennstal und auf die schönsten Klettermeter am Süd Grat: der große Riss am Liegereck. Wären alle Seillängen solche Genussstücke, würden hier jedes Wochenende zig Seilschaften hochpilgern. Es folgt der einzige Bohrhaken am ganzen Süd Grat.

Ausstieg:

Hat man den Bohrhaken hinter sich, kann man die Kletterschuhe wieder im Rucksack verstauen. Es folgt ein langer Anstieg in Schrofen immer aufwärts. Es folgen Platten sehr ähnlich dem Aufstieg von der Schneegrube auf den Süd-Ost Grat. Die Platten überwindet man am besten immer am Grat entlang. Eine Stelle fordert einen mit den Zustiegschuhen ungesichert noch einmal, dann hat man die Schwierigkeiten hinter sich. An der ebenen Stelle vor dem letzten Aufschwung haben wir nach rechts einem Band folgend auf den kleinen Grat der sich aus der Wolkengrube rauf zwischen Süd und SüdOst raufzieht, gewechselt. Wieder einem Band folgend in die Rinne, welche den Südgrat vom Süd-Ost trennt. Die letzten Meter zum Gipfel quasi auf der Westflanke des Süd-Ost Grat direkter Aufstieg zum Gipfel.

Gipfel:

Wir erreichen den Gipfel ca 20m westlich vom Gipfelkreuz. Wegen der doch komplizierten Wegfindung waren wir vom Auto zum Gipfel ca 10h unterwegs. Eine Wiederholung (bei bekanntem Weg) geht sicher in 5 bis 7h, die 1750hm welche durch das auf und abklettern der Türme einige mehr werden, fodern ordentlich.

Abstieg:

Für den Abstieg zur Grimminghütte wählten wir den einfachsten Weg, übers Muldereck. Nach 2 ½ Stunden genossen wir nicht nur das Panorama und die Bilder im Kopf, sondern auch ein kühles Blondes. Von der Grimminghütte kann man den Forstweg nach Westen folgend über einen Steig wieder auf den Forstweg nach Espang zum Auto wechseln, oder nach Osten über den Forstweg und den Steig nach Niederstuttern.

Weitere 170 Bilder gibt es wie immer unter "unsere Bilder"

Fazit, wir hatten mit:
Zustiegschuhe, Kletterschuhe, Gurt, 50m Seil, 3 Friends welche sehr hilfreich waren, könnten auch 4 oder 5 sein, einen Satz Klemmkeile und jeder mehrere mittlere und lange Bandschlingen
Nicht zu vergessen: Helm (jeder ist wegen dem losen Gestein sehr sinnvoll)
3l Wasser, a Jause, Regenjacke
Optional wären: einige Normalhaken und ein Hammer zum Standplatzbau sinnvoll
kurze Stöcke zum Absteigen -> die 1750hm zum Auto