Schitourenwoche Silvretta 2016

Mit den Naturfreunden aus Ratten ging es in der 1. März Woche 2016 auf die Wiesbadener Hütte im Ochsental in der Silvretta Gruppe. Alleine die Anreise am Samstag aus Wiener Neustadt nach Partenen im Montafon, ein Abenteuer für sich. Stau an der deutschen Grenze in Salzburg, Stau in Kufstein und vor der Abfahrt ins Zillertal, Stau vor dem Arlberg, 694km in 10h. Bergfahrt mit der Standseilbahn von Partenen rauf zum Tunnel, Weiterfahrt mit einem Bus ohne Spiegel weil der 4km Tunnel zu schmal dafür ist. Ende der motorisierten Reise um 14:00 Uhr am Stausee auf der Bielerhöhe.

Nachdem uns der Wirt versprochen hatte mit dem Skidoo einen Gepäck Transport zu machen, hat es der eine oder andere Teilnehmer mit was brauch ich für eine Woche Schitouren auf einer bewirteten Hütte etwas übertrieben. Das Problem war jetzt, wegen dem Sturm konnte kein Skidoo fahren. Also 1. Gepäckmarsch über den zugefrorenen See 450h, in 2 ½ Stunden rauf zur Hütte. Auf der Hütte waren 120 Gäste, aber die Mädls haben alles im Griff. Weil auch Sonntag das Wetter nicht besser wurde, mussten wir den Gepäcktransport am Rücken selbst erledigen. Folglich ging es am Sonntag bei eisigem Wind vom Ochsental in Richtung Raukopfscharte ins Bielertal. Dieses abfahren bis zum Silvretta Stausee, Gepäck aufnehmen und einen sehr mühsamen Aufstieg zurück zur Wiesbadener Hütte. Wie kann man nur so viel Zeugs mitnehmen? Da jetzt die Ausrüstung quasi im Basislager war, ging es Montag über den Vermuntgletscher rauf zur Ochsenscharte, von dort auf den Grat und mit Steigeisen auf die Dreiländerspitze. Wunderbarer Gipfel, nur das Wetter war leider schlecht.

Die Abfahrt war mit Neuschnee wirklich wunderbar, einzig die Sicht lies zu Wünschen. Am Dienstag ging die Tour zuerst in die Tiroler Scharte, Abfahrt Richtung Hütte und erneuter Aufstieg in die Scharte zwischen Tiroler Kopf und Raukopf. Obwohl die Sicht wieder zu wünschen lies, waren die Abfahrten bei 30cm Pulver ein Traum. Für Mittwoch war ein Wetterfenster angesagt, also Aufbruch zum Piz Buin. Vor 100 Jahren war es einfach, von der Hütte 20hm runter über den Vermundgletscher und über den Ochsentaler Gletscher rauf zur Buin Scharte. Heute geht man mehr oder weniger eben im ehemaligen Gletscherbett Richtung Grüne Kuppe, überwindet 100hm auf die Gletschermuräne, fährt auf der Westseite selbe wieder ab und steigt am Westrand Steil auf den Ochsental Gletscher, bzw. das wenige was davon noch übrig ist zur Buin Lücke auf. Vom Schidepot angeseilt mit Steigeisen über den Westgrat, im Mittelteil ein einfachen Kamin folgend rauf auf das „Dachl“, der Gehgelände Platte zum Gipfel. Ordentliche Schitour, nur Fernsicht hatten wir leider wieder keine, dafür den Gipfel für uns alleine.

Das sich das Wetter rasch verschlechterte hatten wir es im Abstieg und Abfahrt eilig. Die Spur war schon restlos zugeweht, auch die Sicht war bescheiden, aber im Schneesturm wieder heil in der Hütte angekommen. Donnerstag war es wieder bitter kalt, erneuter Aufstieg auf den Vermundgletscher und Abfahrt vom Schidepot auf der Dreiländerspitze bei 13 Grad Minus. Am Nachmittag wurde mit dem LVS Verschütteten Suche geübt, was lernen wir daraus? Keinen Pieps mit leeren Batterien vergraben, den zu finden dauert 1 Stunde, den Grabekurs haben alle bestanden. Charly hat noch ein Schneeprofil erstellt, ganz schlechter Schneeaufbau. Freitag war leider wieder Abreise, da der Gepäck Transport diesmal zustande kam, konnten wir bei 50cm frischem Pulver und Sonne zur Raukopfscharte aufsteigen. Die Abfahrt ins Bielertal war ein unverspurter Schitouren Pulvertraum!

Die Heimreise am Freitag um dem Urlaubsverkehr aus dem Weg zu gehen, war eine schwere aber vernünftige Entscheidung. Weil das Silvrettahorn und die Schneeglocke stehen noch länger dort und warten auf uns. Eine Kennzahl, alle die auf den Gipfeln und Scharten mit oben waren haben 5981hm gemacht. 

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