Schitour Hoher Grimming (Ennstal)

Im Ennstal jemanden zu finden der schon mal am Hohen Grimming war ist manchmal nicht ganz einfach. Wenn man dann noch wissen will ob jemand auch schon im Winter oben war, da kenne ich selber nur wenige... aber wie es die Tradition verlangt, gehört eine Saison ordentlich abgeschlossen. OK, was kann man nach Finailspitze und Similaun noch drauflegen?
Eh klar unseren Hausberg im Ennstal, nachdem ich im Sommer schon einiges am Grimming gemacht hab, war die Winterbesteigung noch ausständig. Einmal passt der Schnee nicht, dann wieder das Wetter, dann hab ich oder meine Bergkameraden keine Zeit, aber dieses Wochenende hat alles mehr oder weniger gepasst, nur die hohen Temperaturen machten uns sorgen.
Unterwegs mit Rüdiger ging es um 4:00Uhr beim Kulmer los, zuerst zu Fuß, dann mit den Schiern über das Lärchenkar bis zur ersten Steilstufe, wo es gerade richtig hell wurde. Schon mal mit Schischuhen am Fels geklettert? Feine Sache.

Weiter gehts durchs Schartenkar, immer schön links auf der Hohen Grimming Seite bleiben, rechts kommen vom Steinfeldspitz durch die Sonneneinstrahlung im Minuten Takt die Lawinen runter.
Der Normalanstieg auf der 2. Steilstufe war nicht mehr wiederzuerkennen, die Einstiegsrinne war voll mit Schnee, aber leider viel zu Steil (>50) für die Schier, so war der Anstieg extrem mühsam und die Schier mussten hinten bleiben. Nach einer Querung nach Rechts erfolgte der weitere Anstieg in der großen Riese ganz rechts, schon fast wie bei einer Schartenüberschreitung, wobei wir bedacht waren die Felsrippen zu nutzen, den der Schnee war alles andere als ideal. Genau in der Scharte zur Biwakschachtel trafen wir wieder auf den versicherten Normalweg. Die letzten Meter vom Biwak zum Gipfel waren noch mal richtig mühsam, teilweise trug der gepresste Schnee, dann versank man wieder bis zur Hüfte, wo waren nur unsere Schier?
Der Gipfel war herrlich! Nach 6h Stunden Aufstieg ein Traumblick ins grüne Ennstal und die weißen Berge dahinter.
Besonders ins Auge sticht der Schartenspitz im Westen ... ein neues Winterziel?
Der Abstieg erfolgt mehr oder weniger direttissima, Stellen die wir nicht abklettern konnten wurde abgeseilt. Vor allem im Lärchenkar war der Firn einer der Besten die ich je gefahren bin. 3 Stunden nach dem Start am Gipfel konnte ich wieder ein Ziel auf der Löffelliste abhacken.