Anstiege von Trautenfels


G: Von Untergrimming über das Multereck
Dieser Weg, über den im Jahre 1904 auch die Vermessungspyramide zum Gipfel gebracht wurde, ist der leichteste von allen Grimming an stiegen (5 - 6 St.).

Von Stainach-lrdning führt die Ausseer Salzstraße westlich in der Richtung nach Klachau in 40 Min. fast eben nach Untergrimming (603 m). Von hier wendet man sich südwestlich einer großen, viereckigen Wiese zu und steigt an deren obern Ende auf den Süd-Ost-Kamm des Multerecks. Man erreicht den Kamm schon hoch ober dem Tressensattel, der zwischen unserem Kamm und dem Tressen eingeschnitten ist und betritt damit den von Trautenfels über den Tressensattel hinan führenden Weg H (siehe unten), von wo der Weg mit diesem Anstieg gleich ist. Fortsetzung siehe dort.

H: Von Trautenfels über den Tressensattel auf die „Grasleiten" und das Multereck
Etwas mühsamer als Weg I durch die Schneegrube auf die Grasleiten, aber nicht schwierig (etwa 6 St. von Trautenfels).

Von Trautenfels wie bei Wegrichtung I in 1 3/4 - 2 St., bis wenige hundert Schritte vor Erreichen des Kessels der Hochaignerau nach dem „Auböndl" schräg rechts der Waldweg zum Tressensattel hinaufführt. Hier verfolgt man den gegen das Multereck hinaufziehenden Rücken an der Weißen Wand (unterhalb derselben versteckt gelegen ein Jagdhaus) vorbei bis zu einer Wegteilung (knapp vorher mündet von rechts her der Weg G, siehe oben, von Untergrimming in unsere Wegrichtung).
a) Der neuere, besser her gerichtete Wegast führt links ganz wenig ansteigend ins Freie; er führt an einer kleinen Hütte vorbei und verliert sich nach Querung des grünen, zwischen dem Süd-Ost-Grat und dem Süd-Grat (Grasleitengrat) des Multerecks hinabziehenden, „Gassel" genannten Grabens in den Zerbenhängen des Primbscher. Durch das grüne „Gassel" kann man nun weglos zum hohen Rasendach der „Grünen Grasleiten" ansteigen, wo der folgende zweite Weg mündet.
Dieser vorläuft wie folgt:
b) Dort wo der scheinbar bessere Weg bei der Wegteilung nach links führt, steigt der ältere Wegast am steinigen Rücken des Süd-Ost-Grates immer höher hinauf, bis der Baumwuchs aufhört und Zerben- und Geröllhänge ansetzen. Weiter oben schärft sich der Rücken zum felsigen „Alpelofen", der von turmartigen Kuppen, die nicht leicht zu übersteigen sind, gekrönt wird. Man wendet sich deshalb besser, anstatt die Zacken zu übersteigen, schon vor der beginnenden Zuschärfung an geeigneter Stelle nach links und quert auf dem Felshang auf Gamssteigen. Man erreicht so zwischen Zerben und Wandstellen hindurch unschwierig das untere Ende der „Grünen Grasleiten", die sich mit etwa 300 m Höhe zur hoch geschwungenen Schneide des S.-Grats hin anzieht.
Über die Grasleiten geht es weglos hinauf, bis die oben mit steilem Geschröf ansehende „Steinige Grasleiten" erreicht ist. (Hier prächtiger Tiefblick in die Schneegrube). Nun folgt man auf der anderen Seite des Rückens einem breiten Bande quer durch die Wände, die zum „Obern Kast" abstürzen, und erreichen bald die einen leichten An-, bzw. Abstieg zum Obern Kast ermöglichende Stelle, über welche der Anstieg links von Trautenfels durch die Schneegrube und durch den Obern Kast hinaufführt. Der nun folgende Anstieg ist gemeinsam und gleich wie Weg I, (siehe unten).

I: Von Trautenfels durch die Schneegrube auf die „Grasleiten" und das Multereck
Nicht schwieriger und auch sicherer als der Weg von Klachau, aber doch mühsamer und länger. Ungemein aussichtsreich; ausgesprochene Kletterstellen sind auf diesem Weg überhaupt nicht vorhanden. Wegbezeichnung vom Ende des Jagdsteiges in der Hochaignerau bis auf den Gipfel (etwa 6 St.).

Vom Schloß Trautenfels auf dem Kamm auf ebenem, prächtigem Fahrwege, dann immer dem Waldrücken entlang, allmählich ansteigend, zum Hochaignergut. Weiter auf schönem Jagdsteig durch Wald über die Hochaigneralm links längs der Süd-Hänge des Tressens hinan. Dann wendet sich der Weg nach Norden. Hier genießt man einen prächtigen Blick auf das Ennstal. Bald treten wir in den Laubwald und erreichen über den Boden des „Auböndls" nach etwa 300m den Kessel der Hochaignerau (1 3/4 - 2 St), in welche die Schneegrube mit einer hohen Wandstufe zur Hochaignerau abstürzt.
Eine schmale, grüne Rampe schräg durch die Wandstufe (Schaffersteig) vermittelt den Anstieg zur Schneegrube. Mit Erreichen der Hochaignerau endet der breite, bequeme Jagdsteig. Wir wenden uns angesichts der vom Grimming und der Großen Schneegrube herabkommenden Mulde nach links und streben auf dürftigem Pfad durch Gestrüpp in westliche Richtung der Einsenkung zu. Über eine steinige Grashalde geht es bis an den Fuß der Felsen. Hier halten wir uns entlang derselben etwas nach rechts, erklimmen dann, geradeaus ankletternd, die plattigen, karigen Felsstufen und gelangen so auf eine Terrasse, wo wir in einer Höhlung eine Quelle finden (20 Min.). Im Frühjahr prächtiger „Petergstamm" (Primula aurieula).
Von hier, etwas rechts haltend, den roten Zeichen nach, zuerst über steile, ausgewaschene Karenplatten, dann über grobes Geröll zum untern Ende des Firnfeldes (3/4 - 1 St.).
Wir halten uns nun ganz am nördlichen Rand des Schneefeldes der nördliche Schneegrube und wandern auf diesem längs den schroffen Mauern, mit denen der vom Multereck absinkende Kamm der „Grünen Grasleiten" hier abbricht, hinan. Etwa in der Höhe des Ansatzes des Felsgrats, der von der Gipfelfläche südöstlich absinkt und das Firnfeld in zwei Teile, die Südliche und Nördliche Schneegrube teilt, treten die Wände des so genannten Multereckkamms nach Norden zurück und geben den schmalen, hoch oben eingebetteten Kessel des „Obern Kast", der den weiten Anstieg vermittelt, frei. Um diesen zu erreichen, wenden wir uns nach rechts, erklimmen unschwierig von links her eine plattige, steile Wandstufe, mit der die Mulde des Obern Kast gegen die nördliche Schneegrube abbricht.
Wir betreten dann die Mulde an ihrem linken, untern Ende, durchqueren sie schräg nach rechts, erklimmen die rechte Hand befindlichen, steilen, rasendurchsetzten Felshänge und gewinnen so den Süd-Kamm des Multerecks an der „Steinigen Grasleiten", auf dem bei einem Bande der „Grasleiten" die Wegrichtung G: von Untergrimming wie auch die mit Weg G: gleichlaufende Wegänderung H: unseres Weges von Trautenfels vom Auböndl über den Tressensattel und den Süd-Grat einmündet. Über diesen aussichtsreichen Rücken geht es mit prächtigen Tiefblicken nach Nord-Ost und Süden, teils über rasendurchsetzten Fels rasch hinan zum Hauptkamm und zum Rücken des Multerecks (3 St. von der Quelle). Weiter über die anfangs noch felsige Schneide, wobei die einzige schmale Stelle nördlich umgangen wird, zu dem bald sich zu einer Hochfläche verbreiternden Rücken und zum (3/4 St.) Gipfel des Gr. Grimmings.

K: Von Trautenfels durch die nördliche Schneegrube
Schwierige Kletterei. Dieser Anstieg führt direkt aus dem hintersten Winkel der nördlichen Schneegrube über die steilen Wände der Gipfelhochfläche südlich nächst dem Multereck (6 St.).

Von Trautenfels wie bei I: in etwa 2 1/4 St. zur Quelle am Fuß der Großen Schneegrube. Nun über Karenplatten und Schutt, dann über immer steiler werdende Schnee- und Firnlager in 2 St. bis in den obersten Winkel der nördlichen Schneegrube (rechter Ast der Gr. Schneegrube). Von hier über steile, von Rissen durchfurchte Felsen vorerst geradeaus in schwieriger Kletterei hinan bis über die halbe Höhe des Aufbaus; dann auf steil nach links ansteigendem Band, zuletzt über Geröll und Rasen empor auf die (1 1/2 St.) Gipfelfläche südlich vom Multereck und in 20 Min. zum Gipfel des Großen Grimmings.

L: Von Trautenfels über den Schneegrubengrat
Schwierige Klettertour. Nur für tüchtige Felskletterer (6 - 6 1/2 St.).

Der Schneegrubengrat ist der den obern Teil der Großen Schneegrube in zwei Abschnitte teilende Felssporn, welcher auf die Gipfelfläche zwischen Grimming und Multereck leitet.
Von der Quelle am Fuß der Großen Schneegrube (hierher wie bei I: von Trautenfels in 2 1/4 St.) über Schutt, dann über immer steiler werdende Schneelager in die linke Ecke, des hintersten, vor steilen Wänden umstandenen Winkels der nördlichen Schneegrube (2 St.). Hier Einstieg in die Felsen. Dieser gestaltet sich je nach der Höhe des anstehenden Firns mehr oder weniger schwierig: Über eine Steilstufe und eine geneigte Platte, die nach links erklettert werden, erreicht man bald das unterste der vielen, von rechts nach links gegen die Gratkante emporziehenden Bänder, das man bis zur Höhe verfolgt. Längs der Gratkante erklettert man dann die Wandstufen der übereinander gelegenen Bänder.
Eine der obersten Steilstufen lässt sich an der Gratschneide nicht erklimmen, man wendet sich hier etwas nach rechts, gewinnt eine Einsenkung in der Wand, durch die man zum nächsten Band unschwierig hinaufgelangt. Nun geht es abwechselnd über Geröll, Platten und immer breiter werdende Bänder in mäßiger Neigung nach Iinks hinan, bis man den Gipfelkamm etwa halbwegs zwischen Multereck und Großem Grimming und damit den Wurzelpunkt unseres die beiden Schneegruben teilenden Grates gewinnt (2 St. vom Einstieg). Nun links über die Hochfläche, anfangs eben, dann ganz sanft ansteigend, in 10 Min. zum Gipfel des Großen Grimmings.

M: Von Trautenfels unmittelbar durch die südliche Schneegrube
Schwierige Kletterei. Dieser Weg führt neben jenem über den Ost-Grat am nächsten knapp zum Gipfel (5 1/2 St.).

Hat man den Beginn des großen Schuttfeldes erreicht (hierher wie bei I: von Trautenfels in 2 1/2 St.), so wendet man sich in den linken südlichen Ast der Großen Schneegrube, die bis in den innersten Winkel verfolgt wird (2 St.). Aus diesem wendet man sich in schwieriger Kletterei in die linke (westlichen) Wand der vorletzten vom Grimminggipfel herankommenden, steilen Felsrinne, die man bis zum Rand der Hochfläche, knapp östlich vom Gipfel, schwierig durchklettert (1 1/2 St.).

N: Von Trautenfels über den Ost-Grat des Hochgrimmings
Neben Anstiegsrichtung M: der kürzeste Weg von Trautenfels, kaum schwieriger als die übrigen Anstiege aus der Schneegrube (5 1/2 - 6 St.).

Von Trautenfels verfolgt man den Weg über Schloß Trautenfels, dann westlich um den Tressen herum in die Mulde der Hochaignerau westlich von diesem, endlich über die Felsstufen wie bei I: in das Kar der Großen Schneegrube, das bei einem vorspringenden, Krummholz bedeckten Kopf erreicht wird. Nun hält man sich gegen den Iinken südlichen Ast der Großen Schneegrube hinan bis fast in den innersten Karwinkel. Eine Anzahl von Felsbändern zieht von hier nach links zum Ost-Grat hinüber. Man wählt jenes, das die Grathöhe dort erreicht, wo der Grat steiler aufschwingt. Anfangs ist das Band breit und gut gangbar, später verschmälert es sich bedeutend und erfordert wegen der auftretenden Brüchigkeit des Gesteins größte Achtsamkeit. Hat man den Grat erreicht, weicht man den untersten Gratabsätzen in der West-Seite über bequemen Rasen aus und gewinnt dann wieder die Höhe des Grats durch eine blockerfüllte Rinne. Nun bleibt man durchaus bis zum Gipfel auf der Grathöhe, welche zweimal schwache Einschartungen aufweist (zusammen 5 1/2 - 6 St. von Trautenfels). Auf dem Grat ist das Gestein völlig verlässlich und die Kletterei nirgends schwierig.