Anstieg von Niederstuttern

O: Von St. Martin a. d. Enns durch die Wolkengrube

Schwierige Kletterei, ähnlich der vom Gratübergang vom Grimming zum Stierkarkogel (etwa 6 St.). Die Wolkengrube ist das Kar, das zwischen dem Süd- und dem Süd-Ost-Grat eingebettet ist. Man erreicht sie von St. Martin a. d. Enns wie bei Weg P: zum Süd-Ost-Grat, nur hält man sich zuletzt nach rechts und gewinnt so in etwa 3 St. die Wolkengrube. Man steigt hierbei von der Straße bei Niederstuttern pfadlos über den steilen, waldigen Rücken, der den aus der Wolkengrube herabziehenden Graben östlich rechts begrenzt. Die rechte Begrenzungswand des innersten Kars wird in der Mitte von einer Schlucht durchzogen, die in ihrem unteren Teil als Kamin überhängend endigt. Eine halbe Seillänge links davon durch eine steile, seichte Rinne, die sich nach wenigen Metern kaminartig vertieft, aufwärts. Dort, wo sich der anfangs erwähnte Kamin gabelt, durch den linken, etwas überhängenden Ast und die folgende plattige Verschneidung hinauf in die hier beginnende breite Schlucht. Über Wandeln und Rinnen in ihr empor zu einem Loch. Durch dieses hindurch und auf schmalem, grasigem Band an einer Höhle vorbei nach rechts auf die Felsrippe, welche die Schlucht rechts begrenzt. Nun immer gerade hinauf bis zum Ende der Schlucht und Rippe (1 St. vom Einstieg). Hier quert man, anfangs Steigspuren folgend, durch Latschen und über grasige Hänge wagrecht nach links, bis die plattige Rinne, die aus dem innersten Karwinkel nach rechts emporzieht, an ihrem oberen Ende erreicht wird. Jenseits durch eine Verschneidung auf ein Köpfel und weiter über schöne Bänder und Gras querend in die Mulde, welche die obere Fortsetzung der Wolkengrube bildet (1/4 St.) Nun geht es meist über Geschröf aufwärts und zum Gipfel, indem die unter demselben befindliche steile Wand und die darauf folgende Gratrippe direkt erklettert wird. (Zusammen etwa 3 St. vom Einstieg). Wegänderungen sowie Ausstiege auf den Ost- oder Süd-Ost-Grat sind im obern Teil, überall leicht möglich.

P: Von St. Martin a. d. Enns über den Süd-Ost-Grat

8 Stunden landschaftlich großartiger, langer und schwierigster Anstieg. Die Tour darf nur von erprobten Felskletterern ausgeführt werden. (Dauer der Kletterei etwa 5 1/2 St.). Von St. Martin a. d. Enns auf der Straße etwa 200 Schritte östlich weiter, dann nach links über eine Wiese und pfadlos durch den Wald gerade aufwärts, zuletzt durch Latschen an den Fuß des Süd-Ost-Grats (2 1/2 St.). Der Grimming entsendet gegen das Ennstal zwei Grate: der eine knapp beim Gipfel ansetzende ist der Ost-Grat, während der Süd-Ost-Grat seinen Ansatz westlich vom Gipfel nimmt und mit einer Reihe wilder Türme sich nach Süden absenkt. Der Einstieg in die Felsen vollzieht sich durch eine Schlucht, die rechts von dem am weitesten in den Schutt vortretenden, Krummholz bewachsenen Felssporn herabzieht. Unten hat die Schlucht zwei steile Absätze, dann biegt sie, sich verflachend, etwas nach links und bringt auf eine breite Terrasse, aus der sich der Grat steil aufschwingt. Das folgende Gratstück wird westlich über Rasen und später folgende leichte Schroten umgangen und die Grathöhe selbst erst vor dem Steilaufbau des ersten Turms betreten. Nun entweder schwierig auf der höchsten Linie über den plattigen Turm oder besser durch einen Riss in die Scharte hinter dem Turm. Auf der Grathöhe schwierig in schönem, plattigem Fels bis vor einen schlanken, 20 m hohen Turm. Links von der Gratkante zieht ein 4 m hoher Kamin empor, der in eine brüchige Ruine übergeht, die bald auf die Höhe des Turms leitet. Nun leicht in die nächste Scharte. Der folgende Turm ist gespalten. Zu ihm klettert man von rechts vorerst in schönem Fels nahezu lotrecht hinauf; dann in sehr brüchigem Gestein, in dem ein schwieriger Überhang zu bewältigen ist, gerade aufwärts in den Spalt des Turmes, durch diesen und jenseits durch einen 20 m hohen Blockkamin in die nächste markante Scharte. Nach Überkletterung oder Iinksseitiger Umgehung des folgenden spitzen, plattigen Turms steht man vor einem gewaltigen Gratabbruch (bis hierher vom Einstieg 3 St.). Nun auf schönem Rasenband nach rechts, in östlicher Richtung ziemlich tief absteigend, bis sich die Möglichkeit bietet, über Schroffen auf ein höheres Band empor zu klettern, das steil nach links aufwärts zieht und höher oben in eine Steilrinne übergeht. Über eine brüchige Stufe erreicht man ein zweites Band, das sieh ebenfalls zur steilen Plattenrinne vertieft und auf die Grathöhe zurückbringt, und zwischen unmittelbar ober dem gewaltigen Abbruch. Geraume Zeit geht es nun auf dem gut gangbaren Grat empor, bis sich ein mächtiger Turm in den Weg stellt. Rechts neben der Kante geht es in steilem, sehr brüchigem Fels schwierig hinauf, über Schrofen auf die Höhe des Turms und über Rasen in die nächste Scharte. Der Grat biegt hier etwas nach rechts ab. Zwei plattige Zacken sind noch zu überklettern und dann ist die letzte Gratscharte erreicht (2 Stunden). Nur knapp rechts neben der nach Westen weit überhangenden Gratkante in schöner Kletterei hinauf zum Ausstieg auf die Hochfläche und mit wenigen Schritten rechts östlich. zum Gipfel (1/2 St.).

Q: Von St. Martin a. d. Enns durch die Große Jausengrube und durch die Süd-Schlucht (Zinnoberrinne)

Sehr schwierige Kletterei (etwa 7 St.). Vom Bahnhof St. Martin nördlich durch Hochwald und daran schließende Latschenhänge sehr mühsam und pfadlos empor in das große, trümmererfüllte Kar der „Großen Jausengruhe", das vom Süd-Grat des Großen Grimmings und der Süd-Ost-Wand des Schartenspitzes eingeschlossen ist. Aus dem rechten obern Winkel in die große Schlucht, die „Zinnoberrinne", die Iinks vom Süd-Grat steil zum Gipfel empor leitet (etwa 3 - 3 1/2 St. von St. Martin). Vorerst nun im Grund der Schlucht über steilen Schnee, dann auf einer Felsrampe an der im Aufstieg rechts an der Schluchtwand schwierig empor und oberhalb des ungangbaren Stückes wieder zurück in die nach oben, seichter werdende Schlucht. Nun in derselben fort (Steinschlag!) bis unter einen großen, schon von unten bemerkbaren rotgelben Überhang. Hier nach links heraus in eine seichte, mit der Schlucht gleich verlaufende Rinne, die so lange verfolgt wird, bis sie sich in der Schluchtwand verliert. Auf schmalem Band kurzer Quergang nach links und über steile, rasendurchsetzte Schrofen gerade empor zu einer kleinen Scharte im Verbindungsgrat zwischen Großen Grimming und Schartenspitz und über diesen in 10 Min. zum Gipfelkreuz des Großen Grimmings (3 1/2 - 4 St.).